Das Titelblatt unserer Zeitschrift entwarf Herr Reinhold Gruszka in seiner Krefelder Werbekunst-Werkstätte. Was der Künstler mit seinem Bilde sagen will, ist unschwer zu erkennen: Auf dem stilisierten Turme unseres ältesten hiesigen Bauwerkes stößt der Merker ins Horn, um alle aufzurufen zur Wacht über Werden und Vergehen, zur Mitarbeit in unserem Verein für Heimatkunde in Krefeld.

 

Die Heimat 1/1921 Heft 1-4

 
Mitteilungen des Vereins für Heimatkunde in Crefeld
herausgegeben im Auftrag des Vereins von Prof. Dr. Rembert
1921/22 erschienen die ersten Ausgaben DER HEIMAT in vier Einzelbänden.

 

Jahrgang 1 September 1921 Heft 1

 

Was will „die Heimat“?

 
Der 1918 gegründete Verein für Heimatkunde in Krefeld ist leider noch nicht in der Lage, sein erstrebtes Heimatmuseum mit einer anregenden Schau zu eröffnen, doch werden die einstweilen im Kaiser-Wilhelm-Museum wohl verwahrten Sammlungen eifrigst erweitert, daher bitten wir eindringlich alle Mitbürger, unsere Arbeit zu fördern durch Nachweis von Urkunden, Akten, Bildern und Zeichnungen, von Stadtplänen und Plakaten, Tagebüchern und Albums, Familienerinnerungen und Stammbäumen, alten Trachten, Münzen und Wappen, Satzungen und Niederschriften älterer Vereine, Zunftaltertümern und Möbeln, bevor Gedankenlosigkeit die letzten Reste verschwinden läßt. Landesnatur, Wirtschaft und Gesellschaft, Siedlungen und Ausgrabungen, Volkssprache und Volksfeste, Personalien und Bräuche in unserer engeren Heimat am Niederrhein beschäftigen uns in gleicher Weise. „Es ist das kleinste Vaterland der größten Liebe nicht zu klein, je enger es dich rings umgibt, je näher wird’s dem Herzen sein.“ Wer weiß, was bei uns war, wer zu sehen versteht und zu hören, was ihn rings umwebt in Stadt und Land, auf der Feldflur, im Walde und am Wasser, der ist reich und verzichtet leichter auf seichte Augenblicksgenüsse. Wer sich durch Liebe und Arbeit mit dem Heimatboden und seinen Bewohnern ohne Unterschied des Standes verwachsen oder verwandt fühlt, der wird kein schwankes Nohr, das durch jedes Partei- oder Fremdgeschrei erschüttert wird. Deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst willen treiben, drum „trinkt, o Augen, was die Wimper hält, vom goldnen Überfluß der Welt“. —

Gleichzeitig tritt der Krefelder Verein für Heimatkunde mit dem ersten Heft seiner „Mitteilungen“ hervor. ln seiner „Heimat“ will der Verein alle Bestrebungen zusammenfassen, welche der Heimatkunde und -pflege dienen, der Vergangenheit und Gegenwart wendet er seine Aufmerksamkeit mit gleicher Liebe zu. Außer größeren Aufsätzen und kürzeren Mitteilungen mit und ohne Abbildungen werden wir in Zukunft regelmäßig in 3-4 Heften jährlich eine Bücherschau und kurze Chronik zur Landesgeschichte bringen. Wie wir der Familiengeschichte und Stammbaumforschung dienen wollen, so stellen wir auch der Ortsgruppe des deutschen Sprachvereins, den ebenfalls befreundeten Vereinen für Naturkunde, für Kunst- und Naturdenkmalpflege hier und in der weiteren Umgebung gern unseren Raum zur Verfügung. Mit teilnehmender Freude verfolgen wir auch die Wege und Entdeckungen der verschiedenen Wandervereinigungen. Als Beilagen zur „Heimat“ sind Sonderhefte vorgesehen. Schriftliche Beiträge und Anregungen nimmt der Schriftleiter (z. Zt. Prof. Dr. Rembert, Krefelder Straße 34) stets gern entgegen.

Unseren derzeitigen Mitgliedern stehen die Hefte kostenlos zur Verfügung, daher fordern wir weitere Kreise zum baldigen Eintritt auf. Unser Unternehmen will in unserer materialistischen Zeit selbstlos der Allgemeinheit dienen und erstrebt keinen Geschäftsgewinn, daher dürfen wir auf eifrigste Unterstützung hoffen. Meldungen bitten wir an unseren Schatzmeister Herrn Bankdirektor Oswald Keussen (Barmer Bank-Verein), an die Kartenausgabe des Kaiser-Wilhelm-Museums, an den Schriftleiter sowie an die Mitglieder des engeren Vorstandes, die Herren Fritz Scheibler, Pfarrer Esser und Adolf Scheibler freundlichst zu richten.

Eine angenehme Pflicht ist es uns, freundlichen Stiftern verbindlichst zu danken, vor allem der Stadtverordneten-Versammlung, die einen jährlichen Zuschuß von 5000 M. gewährte. Einen einmaligen Beitrag überwiesen: 425 M. Herr Heinrich Kauert, je 500 M. Herr Hanns Müller, Herr Bruno de Greiff, 300 M. der Privat-Feuer-Versicherungs-Verein, 500 M. Gesellschaft „Verein“, 500 M. der Kreisausschuß Krefeld, 500 M. das Krefelder Stahlwerk, je 1000 M. der Barmer Bank-Verein, der A. Schaaffhausensche Bankverein, die Bank für Handel und Industrie, die deutsche Bank Filiale Krefeld, je 500 M. die Essener Credit-Anstalt und die Vereinigte Seidenwebereien.

Der Verein für Heimatkunde
I.A.
Prof. Dr. Rembert.
Krefeld, im September 1921

 

Jahrgang 1 Weihnachten 1921 Heft 2

 

An unsere Mitglieder und Gönner!

 

Unsere „Heimat“ hat ohne Reklame eine erfreuliche Nachfrage erfahren, die Zahl der Mitglieder ist schon sehr erheblich gewachsen. Auch außerhalb Crefelds und im Auslande hörte man gern wieder öle alten lieben Laute, dankbare und ermunternde Zuschriften gingen uno in Menge zu. die Zahl -er Stifter hat sich gleichfalls vermehrt, so daß wir trotz der maßlosen Geldentwertung und der unerwarteten Preissteigerung selbst für die geringste Handreichung in der Lage waren, unseren Mitgliedern das vorliegende Heft in erweitertem Umfange und mit vertieftem Inhalt zum Weihnachtsfest zu bescheren.

Für unsere Sammlungen wurden in den letzten Monaten Geschenke von folgenden Damen und Herren überwiesen: Emil Molenaar (Handschriften, Briefe und Tagebücher sowie alte Drucke), Herbert Coenen (ein von seinem Vater dem Verein testamentarisch vermachtes altes Stadtbild von Crefeld mit dem Niederntor in Pastell), Carl Cords (Bild des Vereinstisches „Genügsamkeit“ vom Jahre 1875), Perpéet (Gesellschaft No. 5), von einem Interessenten eine große silberne Medaille des Königs Friedrich l. und Gemahlin, die wir veröffentlichen werden, Fritz de Greifs (Statuten und Protokolle der Gesitteten Gesellschaft 1777-1820, des Museums 1890-20, der alten Kaufmannsgesellschaft oder Societät No. 5 1821-1666, Crefelder Adreßbuch mit Karte 1668, eine Photographie von Cornelius de Greiff nach Zahner), Aurel Meyer (Schuldschein der Revolutionsbewegung vom Jahre 1848), Frau Fanny Schmidt geb. Ondereyck (Drucke und Handschriften aus der Amtstätigkeit des ersten Crefelder Oberbürgermeisters), Hermann Weberling (Druckblätter und Militärpapiere seines Vaters, eine Quittung über Sammlungen zur Offenlegung des Karlsplatzes), Oscar von Beckerath (wertvolles handschriftliches Tagebuch der Jahre 1758-69 von Abraham ter Meer), TH. Sippers (Stube eines Handwerkers in Steindruck).

Gestiftet wurden: je 1000 Mark von der Dresdener Bank und von Frank & Co., H. L. von Beckerath m. b. H., der Montangesellschaft Saar m. b. H., je 500 M. von Herrn Walter Vielhaber in Freiburg i. V. und einer Freundin aus Washington, 500 M. vom Crefelder Rennverein und 715 M. von Herrn H. Kauert im Auftrage des Ausschusses einer Stiftung, 1500 M. von Herrn Kunstmaler Eugène Lücker in Nymegen. — Indem wir allen Mitarbeitern und Helfern verbindlichst danken, wollen wir nicht der bereitwilligen Hülfe und vorzüglichen Kunstleistungen der Herrn Photographen P. und H. Koch (Rheinstr.) vergessen, die literarischen Beiträge häufen sich so, daß wir für die weiteren Hefte anregenden Lese- und Bilderstoff versprechen können. Schon jetzt sei auf das 3. (März.) Heft aufmerksam gemacht, es wird Aufsätze bringen über den franz. Revolutionsgeneral Kleber und die Familie de Greiff (mit 9 Abb.), ferner den älteren Crefelder Maler Joseph Lücker (mit 14 Abb.), zur Geschichte der rheinischen und Crefelder Seidenindustrie, Bilder aus Cleve sowie eine größere Arbeit über das Hülser Bruch (historisch, geologisch, botanisch) mit Gedichten, Landschaftsbildern und einer guten Wanderkarte etc.

Wenn wir aber unsere selbstlose Arbeit nicht abbrechen sollen, müssen wir aus freiwillige Erhöhung des Mitgliedsbeitrages hoffen, der mindestens 20 Mark für 4 Hefte (ohne Porto) beträgt, und aus Unterstützung weitester Kreise rechnen. Besonders unsere Freunde im valutastarken Auslande werden gewiß gerne helfen. Mitteilungen, den Inhalt der „Heimat“ betreffend, erbitten wir an den Schriftleiter (Prof. Dr. Rembert, Crefeld-Bockum, Crefelderstr. 54), Beitragszahlungen an unser Conto „Heimatkundeverein“ beim Barmer Bank-Verein, Crefeld.

„Die Heimat“ wird nicht nur fortfahren, Abgeschiedenes zu neuem Leben zu erwecken, – so nützlich auch die Stimmen der Vergangenheit stets bleiben werden, – sondern sie wird auch das Wertvolle im Leben der Gegenwart würdigen und in Beziehung zum guten Alten setzen, dabei aber das Urteil unserer Tage nicht unterdrücken. Im Übrigen verweisen wir auf unser Programm im 1. Heft und auf Seite 2 unserer Geschäftsanzeigen. – Gesegnetes Neues Jahr!

Der Verein für Heimatkunde
Prof. Dr. Rembert.

Crefeld, im Dezember 1921

 

Was will „die Heimat“?

 
Der 1918 gegründete Verein für Heimatkunde in Crefeld ist leider noch nicht in der Lage, sein erstrebtes Heimatmuseum mit einer anregenden Schau zu eröffnen. Doch werden die einstweilen im Kaiser-Wilhelm-Museum wohl verwahrten Sammlungen eifrigst erweitert. Daher bitten wir eindringlich alle Mitbürger, unsere Arbeit zu fördern durch Nachweis von Urkunden, Akten, Bildern und Zeichnungen, von Stadtplänen und Plakaten, Tagebüchern und Albums, Familienerinnerungen und Stammbäumen, alten Trachten, Münzen und Wappen, Satzungen und Niederschriften älterer Vereine, Zunftaltertümern und Möbeln, bevor Gedankenlosigkeit die letzten Reste verschwinden lässt. Landesnatur, Wirtschaft und Gesellschaft, Siedlungen und Ausgrabungen, Volkssprache und Volksfeste, Personalien und Bräuche in unserer engeren Heimat am Niederrhein beschäftigen uns in gleicher Weise. „Es ist das kleinste Vaterland der grössten Liebe nicht zu klein; je enger es dich rings umgibt, je näher wird’s dem Herzen sein.“ Wer weiss, was bei uns war, wer zu sehen versteht und zu hören, was ihn rings umwebt in Stadt und Land, auf der Feldflur, im Walde und am Wasser, der ist reich und verzichtet leichter auf seichte Augenblicksgenüsse. Wer sich durch Liebe und Arbeit mit dem Heimatboden und seinen Bewohnern ohne Unterschied des Standes verwachsen und verwandt fühlt, der wird kein schwankes Rohr, das durch jedes Partei- oder Fremdgeschrei erschüttert wird. Deutsch sein heisst, eine Sache um ihrer selbst willen treiben. Drum „trinkt, o Augen, was die Wimper hält, Vom goldnen Überfluss der Welt.“ –

Gleichzeitig tritt der Crefelder Verein für Heimatkunde mit dem zweiten Heft seiner „Mitteilungen“ hervor. In seiner „Heimat“ will der Verein alle Bestrebungen zusammenfassen, welche der Heimatkunde und -pflege dienen. Der Vergangenheit und Gegenwart wendet er seine Aufmerksamkeit mit gleicher Liebe zu. Ausser grösseren Aufsätzen und kürzeren Mitteilungen mit und ohne Abbildungen werden wir in Zukunft regelmässig in mindestens 4 Heften jährlich eine Bücherschau und kurze Chronik zur Landesgeschichte bringen. Wie wir der Familiengeschichte und Stammbaumforschung dienen wollen, so stellen wir auch der Ortsgruppe des deutschen Sprachvereins, den ebenfalls befreundeten Vereinen für Naturkunde, für Kunst- und Naturdenkmalpflege hier und in der weiteren Umgebung gern unseren Raum zur Verfügung. Mit teilnehmender Freude verfolgen wir auch die Wege und Entdeckungen der verschiedenen Wandervereinigungen. Als Beilagen zur „Heimat« sind Sonderhefte vorgesehen. Schriftliche Beiträge und Anregungen nimmt der Schriftleiter (z. Zt. Prof. Dr. Rembert, Krefelderstrasse 34) stets gern entgegen.

Unseren derzeitigen Mitgliedern stehen die Hefte kostenlos zur Verfügung. Daher fordern wir weitere Kreise zum baldigen Eintritt auf. Unser Unternehmen will in unserer materialistischen Zeit selbstlos der Allgemeinheit dienen und erstrebt keinen Geschäftsgewinn; daher dürfen wir auf eifrigste Unterstützung hoffen. Meldungen bitten wir an unseren Schatzmeister Herrn Bankdirektor Oswald Keussen (Barmer Bank-Verein), an die Kartenausgabe des Kaiser-Wilhelm-Museums, an den Schriftleiter sowie an die Mitglieder des engeren Vorstandes, die Herren Fritz Scheibler, Pfarrer Esser und Adolf Scheibler freundlichst zu richten.

Der Verein für Heimatkunde
I. A.:
Prof. Dr. Rembert
Krefeld im Dezember 1921

Geschäftsanzeigen finden wirksame Verbreitung durch den Reklameteil unseres Anhanges. Anmeldungen werden an Druckerei Th. Gippers, Crefeld, Nordwall 32 erbeten.

 

Jahrgang 1 Ostern 1922 Heft 3

 

An unsere Mitglieder und Gönner!

 

Die Zahl unserer Mitglieder und der Abonnenten unserer „Heimat“ hat sich verdoppelt. ln auswärtigen Zeitschriften und Tagesblättern wurde Inhalt und Ausstattung unserer Hefte anerkennend gewürdigt. Was aus der Seidenstadt Crefeld kommt, soll auch in Zukunft gediegen und sauber sein. Wenn der deutsche Geistesarbeiter sich bemüht, eine gute Sache auch um ihrer selbst willen zu fördern, dann sollten alle, die dazu wirtschaftlich in der Lage sind, auch unserem Unternehmen ihre Kräfte leihen. Wir erstreben keinen Geschäfts, oder Honorargewinn, ohne Ansehen der religiösen oder politischen Stellung will unser Verein und seine Zeitschrift nur unserer deutschen Heimatsache am Niederrhein dienen, Auch im Auslande vergessen die alten Crefelder in deutscher Treue nicht ihre Heimat. Mit großer Freude erfüllten uns — um wenigstens zwei Beispiele anzuführen — die auf Seite 90 mitgeteilten Zeugnisse aus Amerika.

Auch in den letzten Monaten durften wir wieder zahlreiche Ehrengaben in unserer Stifterliste dankbar verzeichnen, auch von alten Crefeldern im Auslande, und zwar 1810 M. von R. Kliethermes, Spring Valley, N. Y., 1100 M. von William S. Butz und 5 Freunden in Paterson, je 1000 M. von Bruno von der Leyen in Carioba, der alle seine Freunde hier herzlich grüßen läßt, W. Lunkers in Mailand und Clemens Rucker nebst Frau, geb. Noesen, in Paterson/ je 1000 M. von Herrn Ed. Huenges, Crefeld, vom Stahlwerk Becker, Willich, der Textilausrüstungsgesellschaft m.b.H. Crefeld /je 500 M. von Herren Gustav Holthausen, Jos. Weingarten, Wilhelm Koch in Crefeld/ Max Kamper in Lüdenscheid/ 400 M. von Herrn Bergwerksdirektor Herbert Kauert in Essen, je 500 M. von Herrn Vincenz Schülmers, Kref. Kammfabrik/ Emil Storck, Zürich/ 200 M. von Herrn Gustav Kottmann-Rexerodt; W. Altgelt in Wiesbaden/ je 100 M. von Herrn Emil Boley, Uerdingen und Allard, Nymegen. – Die einmalige Beihülfe des Herrn Regierungspräsidenten in Düsseldorf in Höhe von 2500 M. werden gewiß alle unsere Freunde mit uns dankbar begrüßen und sich auch dieser Anerkennung unserer Arbeit erfreuen.— Folgende Damen und Herren bereicherten unsere Sammlungen und Bücherei: Oberstudiendirektor Prof. Dr. Pahde: ältere Handschriften und Flugblätter aus dem Besitz der Familie Bovenschen-Dezin; Jacob Jores: Publikationen der Gesellschaft für Rhein. Geschichtskunde. XXXVIII. Quellen zur inneren Geschichte der rhein. Territorien. Herzogtum Kleve. 2 Bände von Th. Ilgen/ Jacob Pflüger, 5 Nummern des Intelligenzblattes für Crefeld und die umliegende Gegend. 1838 u. 39; Fräulein Hohns durch Frau Emma Andrießen: 4 Druckblätter aus dem Jahre 1848-50/ Emil Molenaar, Streichholzdöschen aus der Biedermeierzeit (Messing mit Bleiauflage, 3:6 1/2, cm)/ Ernst Wackers durch F. Camphausen, 1 Goldwage und Sonnenuhr aus dem Besitze des Herrn Ludwig Schifflin, sowie Fromme Lieder von Friedrich Spee, ed. W. Smets, Crefeld, H. Funke. 1845/ Prof. Dr. H. Schrörs in Bonn, aus dem Besitze seines Großvaters Joh. Gerardus Schrörs aus Benrath bei Hüls ein handgemaltes Schönschreibeübungsblatt mit Sprüchen vom „Schulmeister Petrus Suytings in der Benrader Honschaft“ Richard Leendertz: Stahlstiche Crefelder Persönlichkeiten, einen handschriftl. Stammbaum der Familie Heilmann sowie ein wertvolles Druckwerk: „Merkwürdige Urkunden zur Geschichte des Duldungs-Geistes in unseren Tagen. 1780.“ Allen Förderern sagen wir verbindlichsten Dank!

Auch in Zukunft werden wir fortfahren, die lebendige Gegenwart aus der vielgestaltigen Vergangenheit verstehen zu lehren, die Geschichte des Vaterlandes im Spiegel der engeren Heimat zu erfassen, und so der Heimatliebe und -pflege zu dienen, Abhandlungen und Mitteilungen (je nach unseren Mitteln durch Abbildungen erläutert) sind in Vorbereitung u. a. über folgende Fragen: die Geologie und Sprachgeographie des linken Niederrheins, die Urbarmachung und die Eisenerze des Niersbruches, das Holzgericht in Fischeln, Naturdenkmäler, Verwaltungsorganisation der Grafschaft Mörs, das Gerichtswesen Crefelds in vergangenen Tagen, das Crefelder Bürgerbuch, die Crefelder Familien- und Straßennamen, Entwicklung des Stadtbauplanes, dir Burg Krakau, Dechant Reinarz und Konsistorialpräsident Leonhard Heilmann, die hiesige Mennonitengemeinde, Engelbert vom Bruck und die Aufklärung, ein Kriminalprozeß vor I00 Jahren -zur Familiengeschjchte der von der Leyen, Floh, Püll, Heydweiller, Scheibler, Seyffardt, einzelner Ärzte, Juristen und Lehrer, Zunfturkunden, Urkundenregesten, die Pflege der Mundart. Kinderlieder, Reime, Sprüche und Volksweisheit. — Das letzte Heft dieses Jahrganges wird bereits Anfang Juni erscheinen und vor allem das Hülser Bruch und seine Umgebung zum Gegenstand haben. R. Verhuven schrieb einen Aufsatz über das Rittergut Sollbrüggen und seine Besitzer. Eine schöne Wanderkarte (1:20000) ist bereits fertig gestellt, An Bildern und Skizzen soll es nicht fehlen. Frisch auf! Zur tätigen Mithilfe. Möge unsere Arbeit nicht nur durch fleißige Lektüre der Hefte gewürdigt, sondern ein lebhafter Gedankenaustausch angeregt werden, noch ist so vieles verborgen, was der Aufdeckung hart.

Seit Dezember v. J. sind wiederum sprunghaft die Löhne und Materialpreise in die Höhe geschnellt. Schon jetzt beträgt der Selbstkostenpreis für jedes Heft etwa 12 M. Wir hoffen daher auf freiwillige Erhöhung des Beitrages und auf willkommene Stiftungen, bes. aus dem valutastarken Auslande. Unsere Mitglieder werden freundlichst gebeten, den etwa noch ausstehenden Jahresbeitrag (mindestens 50 M. ausschließlich Porto) an unser Konto „Heimatkundeverein“ beim hiesigen Barmer Bank-Verein (Postscheckkonto Amt Cöln No. 6426) einzusenden. Willkommen sind die Adressen heimattreuer Crefelder auch im Auslande! Anmeldungen werden an den Schriftleiter, Crefelder Str. 54, Crefeld-Bockum, erbeten.

Der Verein für Heimatkunde

I.A.
Prof. Dr. Rembert.
Crefeld, im März 1922.

 

Jahrgang 1 Pfingsten 1922 Heft 4

 

An unsere Mitglieder und Gönner.

 

Mit dem vorliegenden 4. Hefte schließt der erste Jahrgang unserer „Heimat“. Wer die unerhörte Steigerung aller Kosten für Druck, Papier und Bildausstattung sowie die Schwierigkeiten »es Vertriebes ohne Telephon und Schreibhülfe sachlich würdigt, » wird dankbar sein, daß unsere Hefte die erste Probe bestanden haben, Auch ohne Reklame wird die Zahl unserer festen Abonnenten sich in Kürze auf 1.000 erhöht haben. Die überaus freundlichen Zuschriften, die bisher eingegangenen Spenden, die wachsende Zahl der sich selbstlos zur Verfügung stellenden Mitarbeiter ermutigen uns, unsere Kraft auch weiterhin mit Vergnügen dem deutschen Heimatgedanken am bedrohten Niederrhein zu widmen, daher erwarten wir, daß die bisherigen Bezieher unserer Hefte uns treu bleiben, und wir dürfen wohl gleichzeitig dringend bitten, zur Förderung unserer Arbeit durch Empfehlung im Kreise der Verwandten und Bekannten drinnen und draußen möglichst eifrig tragen. Unser Verein erstrebt ja keinerlei Geschäfts- oder Honorargewinn, da er unter den Geistesarbeitern gottlob noch viele Idealisten gibt, die eine gute Sache rein um ihrer selbst willen treiben, wohin wollten wir mit mechanischem Stundenlohn kommen! Nur die unmittelbaren rohen Auslagen für die Hefte sind zu decken. Jeder, der sich mit dem Boden seiner Heimat und seiner Berufsarbeit einigermaßen verwachsen fühlt, über die vier Wände seiner Werkstatt sinnend hinausschaut und nicht gedankenlos vorübergeht an dem Werden und dem Gewordenen mit seinen tieferen Gründen und Zusammenhängen, muss opferbereit ein Freund der Heimatkunde und -pflege sein. Wir dürfen in Krefeld nicht hinter unseren Nachbarstädten zurückstehen, wenn es heißt, in berechtigtem Stolz unsere Vergangenheit zu würdigen und aus dieser Kenntnis heraus auch die zwingenden Bedürfnisse und Aufgaben der Gegenwart und Zukunft zu erfassen. Und wenn unsere „Heimat“ solchen ethischen Kulturbedürfnissen dient, verdient sie auch die materielle Unterstützung der Mitbürger. Wie mahnt doch schon Goethe? „Mann mit zugeknöpften Taschen, dir tut niemand was zulieb‘, Hand wird nur von Hand gewaschen. Wenn du nehmen willst, so gib!“ Gar viele stehen noch teilnahmlos abseits. Jeder sollte es für seine Ehrenpflicht halten, unmittelbar oder mittelbar mitzuarbeiten. Nur gewinn- und genußsüchtig den Augenblickstrieben frönen, ist eines denkenden deutschen Menschen unwürdig. Unsere Jugend muß vor dem materialistischen Sumpfe des Bloß-Genießens, des animalischen Sich-Auslebens bewahrt und mit Achtung vor den Leistungen der Väter und vor den geistig-sittlichen, unverrückbaren göttlichen Gesetzen erfüllt bleiben, Kritik allein bringt uns nicht vorwärts, sondern verständnisvolle, ehrliche Mitarbeit an den Aufgaben der Gegenwart und die Bereitschaft zu Opfern und Beschränkungen.

Unsere Hefte sollen in der äußeren Ausstattung auch fernerhin der Ueberlieferung unserer Seidenstadt würdig bleiben und von Jedem gern zur Hand genommen und gelesen werden. Auch in Zukunft werden wir fortfahren, die lebendige Gegenwart aus der vielgestaltigen Vergangenheit verstehen zu lehren. Das erste Heft des neuen Jahrgangs wird einen reich illustrierten Aufsatz über Krefelder Musiker bringen, ferner Wanderungen am Niederrhein, Zeichnungen der Burg Linn, Aufsätze über das Gut Helfenstein bei Lintorf, Sollbrüggen, Urkunden zur Geschichte der Familie Pull u. a.

In der Reihe unserer Stifter durften wir wieder neue Freunde dankbar begrüßen, von Heimattreuen Krefeldern im Auslande überwiesen Herr Ernst Boley 450- M., Frau Jacques Jabot geb. Erna Pastor 10 Gulden, Frau Luise Marchetti-Flores 1000 M., Frau Lydie Gytthoff geb. Taschner 3000 M. sowie 2 1/2 Gulden für 5 Abonnements, Herr Frank Baackes 4000 M., John Hollbach 1500 M., Max Heydweiller 500 M., Walter H. Lingenberg 10 Dollar, Helmuth von Beckerath 500 M., Conrad Hinkelmanns 2 Dollar, Frau Johanna Schürmann, Frl. Anna Schmaldt, Herr William Bongardt je 1 Dollar, Herr Karl Küper 5 schw. Fra, Frau P. de Clereq-Müller 2 1/2 Gulden, die Herren Max Flores (Krefeld) 3000 M., Max Sallmann (Geschw. Michels, Berlin) 1000 M., Karl Kniffler 500 M., Gustav de Greiff 300 M., Herbert Brinck (Olpe) und Ungenannt (Krefeld) je 300 M., Karl Strommenger 50 M.

Für unsere Sammlungen gingen Geschenke ein von folgenden Damen und Herren: Photographie der Urkunde über den am 4. 4. 1874 gelegten Grundstein der Friedenskirche (Herr Hch. Schroers D. Sohn), alte Handstickerei (Nadelarbeit) auf selbstgefertigtem Leinen von der Urgroßmutter der Geschenkgeberin aus der Grafschaft Mörs (Frau H. Oelhausen), Ordenkblatt auf den Wohltäter Cornelius de Greiff 1863 (Herr Croon), palaeolithische Lanzen- und Pfeilspitze aus den Indianer-Territorien der Union (Frau E. Blanke, Paterson), Trostgedicht des Pfarrers Mische in Capellen an die Witwe des Predigers C. P. Altgelt in Crefeld 1801 (Herr Wilh. Altgelt, Wiesbaden), Deutschlands Städtebau Bd. Crefeld. Dari-Verlag (Stadtverwaltung), altes Torschloß der Burg Linn (Herr Dr. R. Kirch), wertvoller Schlachtplan unter Glas und Rahmen: Plan de la battaille de Creveld, donné le 23 juin 1758, contenant les mouvements de l‘armée alliée depuis le 14 juin jusq’au 2me juillet 1758. F. W. de Bawr. Grawé sous la direction J. V de Schley et publié à la Haye aux depens de Pierre Große junior et Daniel Pinet, 1765 (Frau Amalie von Beckerath geb. Heydweiller). Ein herzlicher Dank gebührt auch dem Städtischen Vermessungsamt, das uns die beigefügte Karte des Hülser Bruches zeichnen ließ. — Bei den ständig steigenden Unkosten hoffen wir auf freiwillige Erhöhung des Jahresbeitrages und auf weitere willkommene Stiftungen bes. aus dem valutastarken Auslande. Unsere Mitglieder werden freundlichst gebeten, den Jahresbeitrag (mindestens 40 M. ausschließlich Porto) an unser Konto „Heimatkundeverein“ beim hiesigen Barmer Bank-Verein (Postscheckkonto Amt Cöln Nr. 6426) zu überweisen. Dringend erwünscht sind auch Adressen heimattreuer Crefelder außerhalb unserer Vaterstadt. Anmeldungen neuer Mitglieder werden erbeten an den Schriftleiter: Crefeld-Bockum, Crefelderstr. 34. Den bis 1. August neu eintretenden Mitgliedern können die früheren Hefte nachgeliefert werden, soweit der Vorrat reicht.

Der Verein für Heimatkunde

I. A.:
Prof. Dr. Rembert.
Crefeld, im Mai 1922

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Inhaltsverzeichnis

Jahrgang 1 September 1921 Heft 1 • • Dr. Rembert, Das Rathaus zu Krefeld S. 1 • Moritz Plaeschke, Wanderlied S. 9 • Spelten, Vermessungsdirektor, Krefelds Gesamtbebauungsplan. seine geschichtliche Entwicklung und seine Ziele S. 9 • P. Roloff, Landwehren und Bergfrieden S. 11 • Naturdenkmalpflege S. 14 • H. Reckers, Rektor, Geschichte des ersten katholischen Volksschulhauses in Krefeld S. 14 • Dr. Friedrich Deneken, Alte Krefelder Kleinbildnisse S. 16 • Heinrich Oelhausen, Crefelder Mundart S. 19 • • Bücherschau S. 21 • • Kleinigkeiten aus den Tagen unserer Großeltern S. 23 • • Jahrgang 1 Weihnachten 1921 Heft 2 • • Karl Kirdorf, Weihnachten S. 25 • A. Steeger, Mittelschullehrer, Vorgeschichtliche Wohnstätten bei Kempen S. 26 • Egon Behm, Allerseelen S. 28 • Egon Behm, Im neuen Jahr S. 28 • Dr. Kaufmann, Justizrat, Siegel und Wappen der Stadt Krefeld S. 28 • Karl Kirdorf, An der Wiege S. 34 • Franz Heckmanns, Kunstbetrachrtungen in der Fischelner Pfarrkirche S. 34 • Karl Kirdorf, Im Jahre IX S. 39 • Dr. M. Laros, Thomas von Kempen S. 39 • Rudolf Herzog, Worte von Rudolf Herzog S.43 • • Crefelder Mundart • • Zwei Preisgedichte S. 44 • Heinrich Oelhausen, Spoulmädche S. 44 • Josef Brocker, Wäwerledche S. 44 • Raimund von Beckerath, Ut de sevenziger jore S. 45 • Raimund von Beckerath, Jugendtid op Krakaue S. 46 • Raimund von Beckerath, Dä jeist S. 47 • Raimund von Beckerath, De Bilanz S. 47 • • Vermischtes • • Der Evertsturm S. 48 • Letzte Worte des Evertsturmes S. 48 • Clara Wandsleben, Die "Bellevue" S. 49 • Ein Zeichen der Zeit S. 49 • Erinnerungen S. 50 • Hans Hugo Kloppert, Der Heimat Tagebuch S. 53 • • Bücherschau S. 54 • • Jahrgang 1 Ostern 1922 Heft 3 • • F. Camphausen, Karfridag S. 57 • Moritz Plaeschke, Osterfeuer S. 57 • Liebe Leser! S. 58 • F. Behr, Niederrheinische Hofzeilen an den Talungsböschungen S. 61 • Moritz Plaeschke, Der Pfarrer von Linn S. 63 • August Oré, Ein Asberger Denkmal aus Christi Zeit S. 64 • Prof. Dr. K. Lichterbeck, Der französische Revolutionsgeneral Jean Baptist Kleber in Krefeld S. 67 • Dr. Rembert, Ergänzende Bemerkungen zur Geschichte der Familie de Greiff in Krefeld S. 70 • Hermine Schmülling, Kleve, Plaudereien S. 74 • Dr. Rembert, Der Maler Joseph Lücker (1821 - 1900) S. 76 • • Crefelder Mundart • • Heinrich Oelhausen, Vigölsche S. 83 • Heinrich Oelhausen, Früjoohr S. 83 • Heinrich Oelhausen, Die letzde Kett S. 83 • Heinrich Oelhausen, Alde krewelsche Fijure S. 84 • Raimund von Beckerath, Vertälljes S. 85 • Jubiläum des Krefelder Wanderbundes S. 85 • Dr. Friedrich Deneken, Ein Grabengel S. 88 • Deutsche Treue S. 90 • J. W. Deussen S. 90 • • Bücherschau S. 93 • • Volksunterhaltungsabend "Alt-Crevelt" S. 96 • • Jahrgang 1 Pfingsten 1922 Heft 4 • • Dr. Hans Schmidt, Willkommen! S. 97 • Dr. Hans Schmidt, Bilder aus der mikroskopischen Tierwelt unserer heimischen Gewässer S. 98 • Otto Brües, Acht Gedichte S. 103 • Otto Brües, Die Heimkehr S. 103 • Otto Brües, Geranien S. 104 • Otto Brües, Das Lied S. 104 • Otto Brües, Die Wünschelrute S. 104 • Otto Brües, Deutschland S. 104 • Otto Brües, Die Mühlheimer Gottestracht S. 104 • Otto Brües, Klingen sieben Säulen S. 105 • Otto Brües, Die Worte der Erlösung S. 105 • Dr. med. R. Hofschlaeger, Aerztliche Tätigkeit vor zweihundert Jahren in Krefeld S. 105 • Frieda Tanzenbach, Der hl. Dionysius in der Legende und seine Verehrung im Rheinland, besonders in Krefeld S. 107 • Ausflüge in die Natur S. 109 • Rich. Verhuven, Das Rittergut Sollbrüggen und seine Besitzer S. 110 • E. Blanke, Deutschland meine Welt S. 115 • • Crefelder Mundart • • Christian Müskes, Prolog zum 80. Geburtstag des Geheimrats F.W. Deussen S. 116 • Raimund von Beckerath, Sonntagsmorgens im Bruch S. 117 • Lutz Breuning, Gangelter Möhrepenn S. 117 • Raimund von Beckerath, Vertällsches S. 118 • Raimund von Beckerath, Proben aus dem Schatz der Crefelder Mundart S. 119 • Dr. Rembert, Crefelds Bewohner vor 200 Jahren S. 120 • Hans Höppner, Wie die Niepkuhlen entstanden sind S. 122 • A. Steeger, Neue Beiträge zur Geologie des Hülserberges S. 125 • Urkunde - Ein Bericht über das Amt Ürdingen von 1590 S. 128 • • Vermischtes • Das Streichholzdöschen S. 130 • Marienmal in Krefeld S. 131 • Deutsche Treue S. 131 • Dr. K. Lichterbeck, "Je meurs où je m'attache" S. 133 • Der Stein gnt. Louven S. 133 • Th Berndt, Heimat, Ahnen und Ich S. 135 • Hermine Schmülling, Am "alten Rhein" S. 135 • Mehr Heimatkunde in der Schule S. 136