Vereinsgeschichte – ein Blick zurück

Anders als bei vielen Vereinen, die in ihrem Namen den Begriff Heimat verwenden, wurde der Verein für Heimatkunde in Crefeld – damals noch mit „C“ geschrieben – nicht erst nach Beendigung des Ersten Weltkrieges sondern bereits gut acht Monate zuvor, am 22. Februar 1918 gegründet. Tatsächlich war es die Geburtsstunde einer zweckgerichteten Institution durch einige kulturell interessierte Personen aus dem so genannten Bildungsbürgertum mit Sinn für die Crefelder Geschichte und Sachkultur. Parallel dazu war die Einrichtung eines Heimatmuseums geplant, die aber nie realisiert wurde.

Der Mitbegründer und erste Vereinsvorsitzende, Dr. Karl Rembert stammte aus Herne und kam nach einem Lehramtsstudium und einigen Jahren als Lehrer in Münster und Bielefeld schließlich an das Gymnasium am Moltkeplatz in Krefeld. 1918 war er bereits seit 21 Jahren in seiner Wahlheimat tätig und der Stadt offensichtlich inzwischen tief verbunden.

Als jährlicher Mitgliederbeitrag wurden in der Gründungssatzung mindestens 3 Mark festgelegt. Darüber hinaus waren Schenkungen und Leihgaben willkommen. Der Vorstand setzte sich seinerzeit aus 36 Personen zusammen – heute sind es 10 Mitglieder plus 10 Personen im Vereinsrat, die z. B. Für die Organisation von Veranstaltungen und Öffentlichkeits- oder Rechtsfragen zuständig sind.

Seit Vereinsgründung zählen wir insgesamt nur sechs Vorsitzende. Allein Dr. Karl Rembert, bestimmte die Vereinsgeschicke mit Unterbrechungen über 30 Jahre hinweg bis in das Jahr 1959. In den 1920er Jahren gab es mit Fritz Scheibler ein kurzes Intermezzo an der Vereinsspitze. Weitere Vorsitzende sind:

Franz Heckmanns,1959-1976

Dr. Reinhard Feinendegen, 1976-2009

Robert Claßen, 2009-2018.

Dr. Julia Obladen-Kauder 2018-heute.

Der bei der Gründung gewählte und immer noch gültige Name ist ausdrücklich nicht wie andernorts oft üblich „Heimatverein“ sondern „Verein für Heimatkunde“. Damit ist ein Zusammenschluss von gleichgesinnten Menschen gemeint, die frei jeglichen ideologischen Gedankengutes rein sachlich von Fakten über Kultur- oder Kulturlandschaftsgeschichte bzw. Regionalgeschichte „Kunde geben“ wollen.

Dementsprechend beschreibt die im Moment gültige Satzung u.a. als Ziele:

„- alle Bestrebungen zu fördern, die auf eine Erforschung des Heimatraumes, insbesondere seiner Geschichte, gerichtet sind;

– die aus diesen Forschungen gewonnenen Erkenntnisse zu verbreiten;

– alle Bemühungen um Stadtbild- und Denkmalpflege, Natur- und Landschaftsschutz zu unterstützen;

– heimatbewusstes Denken, Sprechen und Handeln zu bewahren und zu wecken;

– sowie die Vielfalt des Lebens in diesem Raum zu dokumentieren.“

Für die „Verbreitung“ bzw. „Dokumentation“ der „gewonnenen Erkenntnisse“ steht in allererster Linie das vereinseigene Jahrbuch „Die Heimat“ zur Verfügung. Diese in großer Vielfalt angelegte, in ausschließlich ehrenamtlicher Tätigkeit hergestellte, wissenschaftlich-populärwissenschaftliche Publikation erscheint seit 1921 – mit einer neunjährigen kriegsbedingten Unterbrechung zwischen 1941 und 1950. Davor gab es im Jahre 1918 Zeitungsbeilagen beim Generalanzeiger, dem Vorläufer der Westdeutschen Zeitung. Nicht umsonst wurde im Jahre 1991 für das beliebte und gern gelesene Jahrbuch die durchaus angemessene Auszeichnung durch den Deutschen Heimatbund als „beste deutsche Heimatzeitschrift“ vergeben.