Herausgegeben vom Verein für Heimatkunde in Krefeld
Schriftleitung Oskar Burghardt Reinhard Feinendegen
Guido Rotthoff zum 80. Geburtstag gewidmet
Jahrgang 73 November 2002
Liebe Leserin! Lieber Leser!
Die Schriftleitung der „Heimat“ und der Verein für Heimatkunde in Krefeld widmen den vorliegenden Jahrgang dem langjährigen Direktor des Krefelder Stadtarchivs, Dr. Guido Rotthoff, anläßlich seines 80. Geburtstages, den er am 27. Oktober 2002 in geistiger und körperlicher Frische feiern konnte. Guido Rotthoff hat diese Ehrung wahrlich verdient; die moderne Krefelder Stadtgeschichtsforschung ist ohne ihn undenkbar. Als promovierter Historiker hat er zunächst eine intensive Archivausbildung durchlaufen und wurde dann 1959 – nach verschiedenen Stationen im Archivdienst des Landes – zum ersten fachlich voll qualifizierten Leiter des Stadtarchivs Krefeld berufen. Seine Tätigkeit in dieser Funktion kann an dieser Stelle unmöglich ausreichend gewürdigt werden. Daß Krefeld heute über ein modernes, allen Ansprüchen genügendes Archiv verfügt – die Planung und Durchführung des Neubaus an der Girmes-gath fiel in seine Amtszeit – ist in erster Linie dem gebürtigen Krefelder Guido Rotthoff zu verdanken. Auch die vom Stadtarchiv herausgegebene Reihe der „Krefelder Studien“ geht auf seine Initiative zurück. 1987 ging er in den Ruhestand.
Von Anfang an machte er durch profunde Arbeiten zur Stadt- und Regionalgeschichte auf sich aufmerksam. Die Vielzahl seiner Veröffentlichungen kann hier nicht im einzelnen vorgestellt werden. Hingewiesen sei wenigstens auf seine Mappen „Uerdingen“ und „Linn“ im „Rheinischen Städteatlas“ – an der Mappe ,,Krefeld“ arbeitet er zur Zeit -, auf das „Uerdinger Urkundenbuch“ und auf seine „Studien zur mittelalterlichen Geschichte im Raum Krefeld“ (Rheinische Vierteljahrsblätter, Jahrgang 41, Bonn 1977). Daß er in den bereits erschienenen und noch in Arbeit befindlichen Bänden der neuen Krefelder Stadtgeschichte als einziger Autor mit drei Beiträgen vertreten ist, spricht für sich. Spektakuläre Thesen aufzustellen ist nicht seine Sache, um so mehr liegt ihm an gründlicher, sachgerechter Quellenforschung. Wer auf seinen Erkenntnissen aufbaut, weiß sich auf festem Grund und Boden.
Für den Verein für Heimatkunde, der erst einmal ein Heft der „Heimat‘ einer verdienten Persönlichkeit gewidmet hat (Professor Dr. Karl Rembert, Jahrgang 16, Heft 4, Krefeld 1937), war und ist er von unschätzbarem Wert. An keiner-Stelle sind mehr wissenschaftliche Aufsätze aus seiner Feder erschienen als in der „Heimat“, deren Schriftleiter er von 1959 bis 1965 war. Im Vorstand, dem er seit vielen Jahren angehört, hat sein Rat größtes Gewicht. Zu seinem 80. Geburtstag gratulieren der Verein und die Schriftleitung von ganzem Herzen und in großer Dankbarkeit.
Der neue Jahrgang der ,,Heimat“, an dem viele mitgearbeitet haben, die Guido Rotthoff kennen und hochschätzen, bringt wieder ein breites Spektrum heimatkundlicher und heimatgeschichtlicher Beiträge. Neben der EUROGA 2002plus, auf die sich auch das Titelbild bezieht, finden etliche aktuelle Anlässe Berücksichtigung: die Ausgrabungen in Krefeld-Fischeln, das Erscheinen von Band 2 der Krefelder Stadtgeschichte, das Jubiläum des Fichte-Gymnasiums, die Ausstellungen in Linn (Spuren vom Großen Krieg), im Buschhüterhaus (Bosseljon, Icks, Samn6e, Steuernthal) und im Stadtarchiv (Gojowczyk), die Verleihung des Krefelder Denkmalpreises und des Niederrheinischen Literaturpreises, die Sanierung des Stadtwaldhauses. Fortgesetzt werden die großen Arbeiten über die Geschichte der Krefelder Wachstuch- und Tapetenindustrie sowie über Tod und Begräbnis. Über 39 beziehungsweise 38 Jahre eigenen kulturellen Engagements berichten Renate Pirling und Hans Joachim Albrecht.
Ansonsten ist der übliche Strauß von Beiträgen zu finden, von dem wir hoffen, daß er Anklang findet und gehaltvollen Lesestoff bietet für alle, die an Krefeld interessiert sind, an der Geschichte der Stadt und an den vielen verschiedenen Aspekten, von denen aus das Leben in der Stadt und im Umland betrachtet werden kann. Allen, die am Zustandekommen dieses Jahrgangs beteiligt waren, als Autoren, durch die Ausleihe von Abbildungsvorlagen, in der Herstellung bei der Druckerei van Acken, durch die Verteilung der Hefte an die Mitglieder und – nicht zuletzt – durch die Sicherung des finanziellen Fundaments über Zuschüsse (Stadt Krefeld, Landschaftsverband Rheinland, Köln) und Inserate sei herzlich gedankt. Ein besonderer Dank gilt Herrn Dr. Heribert Houben, der mit diesem Jahrgang die Betreuung der Bücher-Sparte übernommen hat.
Helfen Sie mit, die „Heimat“ überall bekanntzumachen und ihr – über eine Mitgliedschaft im Verein für Heimatkunde neue Abonnenten zu gewinnen, damit sie trotz der Finanznöte, die derartigen kulturellen Publikationen drohen, in der bewährten und anerkannten Weise fortgeführt werden kann!
Oskar Burghardt Reinhard Feinendegen
die Heimat 73/2002